Der asiatische Elefant wurde bereits um 1100 vor Christus zum Kriegsdienst asiatischer Elefantherangezogen. Als erster Europäer erlebte Alexander der Große in der Schlacht am Fluß Hydaspes (326 v. Chr.), im heutigen Pandschab, den Angriff von 200 indischen Kriegselefanten unter dem Kommando des Poros. Alexander erbeutete 80 dieser kampferprobten Tiere, die er in sein Heer eingliederte. Im weiteren Verlauf seiner Feldzüge konnte Alexander die Zahl der Kriegselefanten sogar bis auf 200 Tiere erhöhen. König Pyrrhus von Epirus besiegte die Römer in der Schlacht von Heraclea (280 v. Chr.), am Golf von Tarent, im wesentlichen durch den Einsatz seiner 26 indischen Kriegselefanten. Die Tiere wurden von den Römern scherzhaft "lukanische Kühe" genannt, in Anspielung auf das Bündnis zwischen Tarent und den Lukanern.
Maße des asiatischen Elefanten
Schulterhöhe: 2,5 bis 3 m
Körperlänge: 5,5 bis 6,5 m
Gewicht: bis 5 t
Typische Merkmale:
Deutliche Wülste auf der Stirn
Etwa gleichlange Vorder- und Hinterbeine
Fünf Nagelhufe am Vorderfuß, vier am Hinterfuß
Mittelgroße Ohren, am oberen Rand und an der Innenseite umgekrempt
Nur ein Greiffinger an der Rüsselspitze
Weibliche Tiere haben keine oder kaum entwickelte Stoßzähne. Auch vielen mänlichen Tieren fehlen die Stoßzähne. Die männlichen Ceylon-Elephanten sind ebenfalls stoßzahnlos
Fahlgraue Haut, an Rüssel, Unterhals, Brust und Bauch ins Fleischrötlich übergehend

Geschichte

Erste Elefantenzähmungen fanden in der frühen Indus-Kultur vor etwa 4000 Jahren statt. Dabei werden Elefanten bis auf wenige Ausnahmen nicht wirklich domestiziert , sondern stets in freier Wildbahn eingefangen und gezähmt. Dies liegt vor allem im langsamen Wachstum und dem großen Futterbedarf von Elefanten begründet. Aus diesem Grund hat auch keine wirkliche Zucht von Elefantenrassen stattgefunden. Erste Elefantenzähmungen wurden zum Einsatz in der Landwirtschaft in Indien getätigt. Der erste Einsatz von Elefanten zu Kriegszwecken fand etwa um 1100 v.Chr. statt und wird erstmals in alten Sankrit-Hymnen erwähnt.

Von Indien aus wurden die Elefanten ins Perserreich importiert und in mehreren Feldzügen eingesetzt. Es gilt als wahrscheinlich, dass Europäer erstmalig in der Schlacht von Gaugamela am 1.Oktober 331 v.Chr., in derAlexander der Grosse gegen die Perser kämpfte, auf Kriegselefanten trafen. Es handelte sich um fünfzehn Tiere, die im Zentrum der persischen Linien postiert waren. Die Elefanten machten einen so großen Eindruck auf die makedonischen Truppen, dass Alexander sich genötigt sah, dem Gott der Angst in der Nacht vor der Schlacht zu opfern. Die Schlacht wurde zu Alexanders größtem Erfolg, die Kriegselefanten hingegen spielten hier keine große Rolle. Im Fortlauf seines Perserzug erkannte Alexander aber den Nutzen von Kriegselefanten und integrierte solche auch in seine Armee. Fünf Jahre später in der Schlacht am Hydaspes hatte Alexander bereits große Erfahrung im Umgang mit Kriegselefanten und konnte die Schlacht, wenn hier auch ohne eigene Elefanten, für sich entscheiden.

Das Wissen über den militärischen Nutzen von Kriegselefanten verbreitete sich schnell über die damalige Welt. Die Nachfolger Alexanders (Diadochen) verfügten in ihren Kriegen bereits über hunderte von Elefanten: Seleukos 1. schloss einen Vertrag mit demMauryakönig Chandragupta ab, der ihm im Gegenzug für einige umstrittene Territorien 500 Kriegselefanten überließ. Überhaupt wurden die Elefanten zu einer beliebten Waffe in der hellenitischen Welt. Die Ptolomäer in Ägypten verwendeten afrikanische Elefanten.

Der Afrikanische Elefant ist zwar größer und kräftiger als der Indische, aber er ist auch schwieriger zu zähmen. Sie wurden jedoch in der Schlacht von Raphia eingesetzt, wo Antiochos 3. 102 indische Kriegselefanten und Ptolemaios 4. 73 afrikanische Kriegselefanten einsetzte. Möglicherweise handelte es sich dabei aber auch um die kleineren afrikanischen Waldelefanten. Letztere wurden auch von der Armee Karthagos in den Punischen Kriegen eingesetzt.

In den nächsten Jahrhunderten fanden Kriegselefanten auch im Krieg gegen das Römische Reich Verwendung. Die erste Begegnung Roms mit Kriegselefanten fand in der Schlacht von Heraclea 280 v.Chr statt. Der berühmteste Feldherr, der Kriegselefanten gegen Rom einsetzte, war der Karthager Hannibal. Er konnte sich damit entscheidende Vorteile verschaffen. Berühmt geworden ist in diesem Zusammenhang vor allem die Überquerung der Alpen Hannibals mit den Elefanten im Jahre 218 v.Chr.. In Hannibals letzter Schlacht, der Schlacht von Zama im Jahre 202 v.Chr. wurde jedoch deutlich, dass die Elefanten der Karthager vor den Fanfaren der römischen Kriegstrompeten scheuten. Zudem war ihr Einsatz ineffektiv, da die Römer Gassen für die Elefanten bildeten und somit nur wenige Soldaten niedergetrampelt wurden. 156 Jahre später, in der Schlacht bei Tapsus am 6.Februar 42 v.Chr, bewaffnete Julius Caesar seine Legio 5 Alaudae mit Äxsten und gab Anweisung, auf die Beine der Tiere einzuschlagen. Die Legion war siegreich und wählte fortan den Kriegselefanten zu ihrem Wappentier. Die Schlacht bei Thapsus war der letzte große Einsatz von Kriegselefanten in Europa. Plinius der Ältere berichtet in seinem achten Buch (VIII 1,27), dass Schweine eine effektive Waffe gegen Kriegselefanten sind, da sich die Elefanten durch das Quieken erschrecken lassen. Eine Belagerung der Stadt Megara wurde beendet, indem die Bewohner Schweine mit Öl übergossen, diese in Brand steckten und die brennenden, quiekenden Schweine in die gegnerischen Kriegselefanten jagten. Die Elefanten gerieten dadurch in Panik.

In der Spätantike setzten, so berichtet uns Ammianus Marcellinus, die Sassaniden teils Kriegselefanten ein. Im Mittelalter wurden jedoch fast keine Kriegselefanten eingesetzt, da die Europäer auch kaum mit diesbezüglich ausgerüsteten Truppen in Kontakt kamen.Karl der Grosse ritt auf einem Kriegselefanten, Abul Abbas, ein Geschenk des Kalifen von Bagdad, in seinem Feldzug gegen die Däner im Jahre804 Friedrich 2. konnte sich während der Kreuzzüge eines Kriegselefanten bemächtigen, der später in der Stadt Cremona verblieb.

Der Einsatz von Kriegselefanten stellte immer wieder eine herausragende Erinnerung in der Geschichte dar. So wird die Geburt Mohammeds beispielsweise nach dem Jahr des Elefanten bemessen – dem Jahr, als afrikanische Kriegselefanten auf der arabischen Halbinsel bis nach Mekka zogen.

Auf dem indischen Subkontinent kamen Kriegselefanten über einen besonders langen Zeitraum zum Einsatz. Dabei trugen die Elefanten einen hölzernen Aufbau, den Howdah , der Bogenschützen und Speerwerfer schützte. Der Reiter, Mahut genannt, lenkte seinen Elefanten direkt in die gegnerischen Truppen. Bis weit in die frühe Neuzeit hinein wurden indische Kriegselefanten durch Rüstungen geschützt, bei denen es sich oft um eine Art Schuppenpanzer handelte.

Kriegszug der Khmer, Angkor, spätes 12. Jh.

Der Einsatz von Kriegselefanten durch indische Sultanate beendete fast die Serie von Timur Lenks Eroberungen. Im Jahr 1389 stand Timur einer Armee von über einhundert Kriegselefanten gegenüber und verlor fast wegen der bloßen Angst seiner Truppen. Timur konnte nur durch einen Trick gewinnen: er band brennendes Stroh auf den Rücken seiner Kamele, die in die Linien der Inder preschten und die Elefanten in Panik versetzten, die ihre eigenen Herren niedertrampelten. Später verwendete Timur Lenk auch übergroße Krähenfüsse zur Verteidigung gegen Kriegselefanten. Er begann aber auch eigene Kriegselefanten in seine Armee zu integrieren und setzte diese im Krieg gegen das Osmanische Reich ein.

Taktische Verwendung

Es gibt eine ganze Reihe von Zwecken, zu denen Kriegselefanten eingesetzt werden können. Durch ihre Größe und Kraft sind sie in der Lage, schwere Lasten zu transportieren . In der Schlacht bildeten sie oft das Zentrum der eigenen Linie, wo sie effektiv ebenso offensiv wie auch defensiv eingesetzt werden konnten.

Ein Angriff durch Kriegselefanten konnte eine Geschwindikeit von 30 kmh erreichen, und ließ sich – im Gegensatz zu einem Angriff mit aus Pferden bestehender Kavallerie – nur sehr schwer durch Infanterie mit Lanzen stoppen. Selbst die Makedonische Phalanx konnte in große Schwierigkeiten kommen. Elefantenangriffe basierten auf purem Krafteinsatz: die Tiere sprengten in die gegnerischen Linien, trampelten die Soldaten nieder und schlugen mit ihrem Rüssel um sich. Die Männer, die nicht niedergetrampelt oder zur Seite geworfen wurden, waren zumindest zurückgedrängt, und die Schlachtordnung des Gegners wurde empfindlich gestört. Zudem war der psychologische Aspekt eines auf Menschen loslaufenden Elefanten nicht zu unterschätzen. Oft brach Panik unter den Soldaten aus. Pferde scheuten oft allein schon wegen des ungewohnten Geruch von Elefanten. Die dicke Haut der Kriegselefanten machte sie schwer verletzbar, während die Reiter durch die Masse und Höhe der Tiere gut geschützt waren. Hautwunden, die dennoch entstanden, heilen jedoch nach der Schlacht schlechter aus. Unglücklicherweise neigen Elefanten aber auch zu Panik und liefen Amok, wenn sie verletzt waren oder ihr Reiter getötet war. Dann verletzten sie oft auch die eigenen Reihen. Erfahrene römische Infanterie versuchte oft die Rüssel der Elefanten abzutrennen, was eine sofortige Panik bei den Tieren verursachte. Oft wurde auch versucht, die Tiere durch Geplänkel im Vorfeld der Schlacht zu töten bzw. in Panik zu versetzen.

In den Kriegen der Diadochen waren die Kriegselefanten gepanzert und trugen Holzaufbauten, den sogenannten Howdah , auf ihrem Rücken. Sie waren mit zwei bis vier Soldaten besetzt, häufig Bogenschützen und/oder Soldaten, die mit Sarrissen, fünf bis sechs Meter langen Picken, bewaffnet waren. Die kleineren Waldelefanten der Karthager waren jedoch zu schwach, um Aufbauten zu tragen.

Zusätzlich zu den Soldaten wurde jeder Elefant von einem Mann mittels eines mit einem Haken versehenen Stabes gelenkt. Er soll aber nicht nur für das Lenken des Tieres verantwortlich gewesen sein, sondern trug auch ein Stemmeisen und einen Hammer bei sich. Das Eisen konnte, falls der Elefant in gefährliche Panik geriet, in das Rückenmark des Tieres geschlagen werden, um es auf diese Weise schnell zu töten.

Kriegselefanten werden oft mit den Panzer des Zweiten Weltkrieges verglichen. Ihre taktischen Verwendungen unterscheiden sich aber so grundsätzlich, dass dieser Vergleich nicht Bestand haben sollte. nach oben

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